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Österreichische Hallen Staatsmeisterschaft in Linz, 17.02.2018

Bei der Österreichischen Hallen-Staatsmeisterschaft hat Maria Hinnerth im 3000 m Zeitlauf den beachtlichen 4. Platz und eine neue PB erreicht. Wir freuen uns mit ihr und gratulieren herzlich!

Maria hat ihre persönlichen Eindrücke für uns zusammengefasst, vielen Dank dafür:

„Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich heuer bei der Hallenstaatsmeisterschaft über 3000m teilnehme, wäre ich vermutlich skeptisch gewesen. Vor einem Jahr habe ich noch hart um die sub40 auf 10km gekämpft. Dieses Jahr lautet mein Ziel tatsächlich schon 37:XX. Im Frühjahr letzten Jahres habe ich 800er-Intervalle nur mit viel Mühe in ~ 3:05 (~3:50min/km) geschafft, jetzt laufe ich sie (mit genauso viel Mühe) in ~2:40 (~3:20min/km). Es hat sich also viel getan und manchmal kann ich das selbst noch kaum glauben und auch im Wettkampf nicht ganz umsetzen, da fehlt mir noch das Vertrauen in meine Leistung.
Seit Ende August bin ich Teil des Team Vegan.at (vegan lebe ich seit ~4 Jahren). Die Trainings- und Wettkampfmotivation der anderen Teammitglieder ist extrem ansteckend! Bisher habe ich mich nie darum gekümmert im Winter mit dem Intervalltraining in die Halle auszuweichen, alleine wollte ich dort nicht trainieren. Im Team finden sich aber immer Läufer*innen, die sich ebenfalls gerne mit Intervallen „quälen“ und mit einem Trainingspartner mit ähnlicher Laufleistung gehen die Intervalle immer noch ein wenig schneller (Danke, Clemens). Wenn sich dann sogar noch jemand anderer um die Trainingskarte für die Halle kümmert (Danke, Kristof) laufe ich natürlich gerne im Dusika. Kristof ist übrigens auch die treibende Kraft hinter den Meisterschaftsteilnahmen. Regelmäßig kommt die Nachfrage, ob man nicht an einer Meisterschaft teilnehmen möchte. Mein Gedanke ist dann immer „natürlich, gerne, was habe ich zu verlieren“. Das war auch meine Einstellung bei der Wiener Landesmeisterschaft in der Halle (13.01.2018), bei der ich über 3000m und 800m gestartet bin. Bei 800m war ich einfach neugierig wie schnell ich im Wettkampf laufen kann. Wie sich herausstellte nicht wirklich schneller als in einem Training bei dem ich ans Limit gehe (2:28,21; =3:05min/km; 5. Platz gesamt, 3. Platz Wiener Landesmeisterschaften).
Auch im 3000m-Bewerb wusste ich nicht wirklich mit welcher Zeit ich rechnen konnte, schließlich war das mein erster Start über diese Distanz auf der Bahn. Mein Ziel war unter 10:45. Gelaufen bin ich den Bewerb dann rein nach Gefühl. Cornelia Wohlfahrt hat sich sehr schnell abgesetzt, dahinter lief ich mit Elisabeth Pöltner-Holkovic. Die erste Hälfte habe ich das Tempo gemacht, dann Elisabeth. Am letzten Kilometer hat sie sich dann etwas abgesetzt und ich musste nachlassen. Im Ziel war ich letztendlich mit 10:31,69 nur 1,5 sek hinter Elisabeth und hatte meine eigenen Erwartungen deutlich übertroffen (10:31,69; =3:31min/km; 3. Platz gesamt, 2. Platz Wiener Landesmeisterschaften, alle Ergebnisse der WLM). Dass ich mit dieser Zeit auch das Limit für die Staatsmeisterschaft erbracht hatte und in Linz an den Start gehen könnte, das kam mir gar nicht in den Sinn. Dazu habe ich mich erst durch ein paar Facebook-Kommentare motivieren lassen.

Ein Monat Trainingszeit lag zwischen den beiden Bewerben, in der ich noch ein wenig an meinem Tempo arbeiten konnte. Am deutlichsten konnte ich die Temposteigerung bei den 800er-Intervallen ablesen. Ich war optimistisch, dass ich die 3000er-Zeit bei der Staatsmeisterschaft verbessern kann. Ich fühle mich bei solchen Rennen immer etwas deplaziert und habe (noch) nicht das Gefühl dazuzugehören. Thomas hat mich zum Glück nach Linz zur Staatsmeisterschaft begleitet. Das hat mich sehr beruhigt und ich wusste auch, ich habe den besten Anfeuerer vor Ort.
Laut Meldeliste war klar, dass ich mich an Karin Freitag orientieren konnte, die mit einer PB von 10:15,65 gelistet war.
Der Start war ziemlich schräg. Keine Ahnung ob das Startkommando tatsächlich etwas undeutlich war, auf alle Fälle hatte ich das Gefühl, dass es ein Fehlstart war. Ich habe mich umgedreht und sogar einen Schritt zurück gemacht. Im Endeffekt war es nicht tragisch, ich habe mich schnell im Feld eingefunden und bin hinter Sandrina Illes (mit einer PB von 9:29,6 die klare Favoritin) in die erste Runde gestartet. Die erste Runde war mit 40 sek erstaunlich langsam (für mich genau richtig). Deshalb ging Elisabeth vorbei und zog mit Sandrina nach und nach davon, ich blieb, mit Karin hinter mir, zurück. Der erste Kilometer war mit ~3:20 schnell, aber ok. Den zweiten Kilometer habe ich dann vermutlich wieder verbummelt (ich habe nicht auf die Zwischenzeit geschaut). Die Konzentration hat etwas nachgelassen, die Ermüdung war deutlich spürbar.


Als Karin dann vorbeiging konnte ich nicht mit (ich habe es mir einfach nicht zugetraut). In der letzten Runde bin ich dann zwar noch knapp an sie herangekommen, aber letztendlich hat es nur für den 4. Platz gereicht – immerhin mit neuer PB in 10:20,5 (1,08 sek Rückstand auf den 3. Platz). Um die Medaille tut es mir natürlich leid, aber da das erst mein 2. Rennen über 3000m war, freue ich mich einfach über die Zeit.
Jetzt lege ich den Fokus wieder auf das 10km-Training, da ich am 21.4. beim Vienna 10K starten werde (Staats- und Landesmeisterschaft). Darauf freue ich mich schon sehr!“
Maria Hinnerth