Florian Kimmel

Hallo mein Name ist Florian und ich bin begeisterer Läufer, aber das war nicht immer so. Nach einer sportlichen Jugend, mit viel Tennis, hab ich den Schläger an den Nagel gehängt und hab mich mehr den Partys und dem Faulenzen gewidmet. Jahre später hat man mir diesen Lebensstil natürlich angesehen und in mir kam der Wunsch auf, etwas verändern zu wollen. Wie viele in dieser Situation wusste ich nicht recht wie. Also bin ich meinem damaligen WG Kollegen gefolgt und mit ihm Laufen gegangen. Spass war damals, für mich, was anderes. Es kam aber wies kommen musste und der erste Halbamarathon wurde gelaufen. Bei Kilometer 10 war ich am Ende und hätte am liebsten alles hingeschmissen. Ich habs dann doch ins Ziel geschafft und mir geschworen so was nie wieder zu machen. Die Vorstellung sogar noch länger zu laufen war absolut absurd. Wie so oft, sollte ich auch hier unrecht haben. Angestachelt durch einen Arbeitskollegen habe ich mich im Jahr 2011 für meinem ersten Marathon in Wien angemeldet. Ich hatte 6 Monate Zeit, um mich auf das beängstigendste sportliche Ereignis meines Lebens vorzubereiten. Ich hab mir einen Trainingsplan zusammengestellt und wie verrückt drauf los trainiert. Woche um Woche merkte ich Fortschritte und mir war zum ersten Mal klar wie geil Laufen sein kann. Es war um mich geschehen. Noch vor dem ersten Marathon stellte ich fest meinen Sport gefunden zu haben. Im Jahr 2012 hab ich den Wien Marathon dann in 3:59:48 gefinisht. Bis heute eines meiner emotionalsten Zieleinläufe. Im gleichen Zeitraum kam ich auf die Bücher „Born to Run“ von Christopher McDougal, „Eat and Run“ von Scott Jurek und „Finding Ultra“ von Rich Roll, in dem es um Läufe/Triathlons mit Distanzen jenseits der Marathonmarke ging. Mein erster Gedanke: Verrückt! Je mehr ich mich damit beschäftigte desto mehr wollte ich erleben was sie erlebt hatten. Diese intensiven Hochs und Tiefs wollte ich ebenfalls erleben.

Ich wollte einen Ultramarathon laufen! Mittlerweile habe ich schon einige Läufe länger als Marathon hinter mir und es gibt kein zurück mehr. Von Etappenrennen (mehrere Läufe an hintereinander folgenden Tagen), über einige 50km Läufe bis 111km, es war schon alles dabei. Es macht wahnsinnig Spass und bringt mir den Ausgleich den ich brauche, um in anderen Bereichen meines Lebens ein besserer Mensch zu sein. Ich kann es nur jeden empfehlen.

Es war auch in dieser Zeit, als ich mich näher mit meiner Ernährung auseinander gesetzt hatte und feststellen musste, es kann so nicht weiter gehen. Damals war die Devise Hauptsache schnell und „lecker“. McDonals/Burger King oder die klassische Wurstsemmel. Nach einer einjährigen Vegetarierertestphase beschloss ich einen veganen Monat auszuprobieren. Tja, aus dem Monat sind mittlerweile über 4 Jahre geworden. Auch hier gibt es, für mich, keinen Weg zurück. Gerade am Anfang hab ich mich viel über Filme und Dokus mit dem Thema Veganismus auseinandergesetzt und war teilweise geschockt. Es war für mich unverständlich wie viel Leid wir den Tieren und der Umwelt antun, damit wir einen „leckeren“ Schweinsbraten haben können. Ich empfand diese Sichtweise wahnsinnig egoistisch und da wollte ich kein Teil mehr davon sein. Leben und leben lassen, ist heute meine Devise. Vor allem, wenn veganes Essen so lecker sein kann!